WetterWebcamPressearchivImpressumKontaktAnfahrt

Die eigenen Erwartungen weit übertroffen

Oberliga-Aufstieg: Größter Erfolg der Vereinsgeschichte für den

GC Isarwinkel e.V.


Bad Tölz – Bei der Bayerischen Mannschaftsmeisterschaft war das Herrenteam des GC Isarwinkel im Halbfinale gestoppt worden. Bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft jedoch gelang ein großer Coup: Nach nur einer Saison in der Landesliga Süd 4 sind die Tölzer erneut aufgestiegen und spielen künftig in der Oberliga, der bundesweit vierthöchsten – als einziger Neun-Loch-Club Bayerns und womöglich sogar Deutschlands. Es ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.

 

Zu erwarten war dieser Erfolg gewiss nicht. Nach der Rückkehr des Tölzer Clubs in die Landesliga lautete das schlichte Ziel: Klassenerhalt. Beim Turnier in Waldegg-Wiggensbach, Deutschlands höchstgelegenem Golfplatz, sahen sich die Isarwinkler selbst in der Außenseiterrolle. Dass sie die Konkurrenz am Ende überraschend hinter sich lassen konnten, führt Captain Stephan Scheer auf den ausgeprägten Teamgeist zurück: „Der ist bei uns seit Jahren ziemlich extrem ausgeprägt. Jeder fiebert mit jedem mit, jeder gönnt jedem den Erfolg. Und beim Spiel mit der Mannschaft ist jeder ein Stück weit nervöser als sonst.“  Nach der Zählspiel-Qualifikation im Einzel und den Vierern hatten die Tölzer bereits  Hohenpähl, Margarethenhof, Wiessee, Bergkramerhof und Gut Rieden hinter sich gelassen. Von seinem Standard-Urteil  „geschlossene Mannschaftsleistung“ wich Stephan Scheer ausnahmsweise ab.  Werner Menzinger, der mit 73 Schlägen die beste Runde aller Teilnehmer spielte, sei „überragend“ gewesen.  Offenbar beflügelt von dieser Leistung machte der GC Isarwinkel  beim Halbfinale mit dem GC Maxlrain nicht viel Federlesens. Bereits nach den witterungsbedingt vorgezogenen acht Einzeln führten Scheer & Co. fast uneinholbar mit 6:2. Nachdem sie auch den ersten Vierer gewonnen hatten, war der Fall  klar: Der GC Isarwinkel hatte das Aufstiegsfinale für die vierte Liga erreicht, das in Iffeldorf ausgetragen wurde.

 

Die Vorbereitung auf die entscheidende Begegnung mit dem GC München-Aschheim war akribisch.  Bei  einer Proberunde  mit Golflehrer Adriano Moirano beschnupperten die Tölzer im Rahmen des Mannschaftstrainings den Iffeldorfer Platz, der überdies sorgfältig ausgemessen wurde. Derweil  hatte Stephan Scheer die unangenehme Pflicht, zwei seiner Kameraden die Reservistenrolle zuzuweisen.  Denn: Die Mannschaft besteht aus zehn Spielern, eingesetzt werden können nur acht.  Die Wahl war offenkundig eine gute:  Nach den Vierern führte der GC Isarwinkel bereits mit 3:1, hielt den tapfer kämpfenden Gegner auch in den Einzeln in Schach und siegte am Ende unerwartet deutlich 8,5:3,5. Bemerkenswert war etwa  die Leistung von Mike Hüsken, der es mit einem Ex-Nationalspieler mit positivem Handicap (+ 0,7) zu tun bekam  und eine Punkteteilung erzwang.  Scheers Fazit lautete indessen: „Geschlossene Mannschaftsleistung. Allerdings haben alle über ihre Verhältnisse gespielt.“

 

Das werden sie erst recht in der kommenden Saison tun müssen, in der die Isarwinkler vermutlich in der Oberliga Süd 2 gegen Clubs wie Riedhof, St. Eurach, Valley oder auch Altötting Burghausen antreten dürfen.  Allesamt renommierte Clubs mit Teams, deren Handicap-Durchschnitt bei etwa minus zwei liegt. Zum Vergleich: Die Tölzer sind bei knapp unter minus sechs. Das Team, das zunächst etwas geringschätzig betrachtet worden war, hat sich aber jedenfalls Achtung erworben.  „Wir bekommen inzwischen viel positives Feedback“, berichtet Stephan Scheer, der sich natürlich schon Gedanken über die kommende Saison  gemacht hat: „Wir bleiben komplett zusammen. Keiner geht, und auswärtige Verstärkung wird auch nicht geholt. Schließlich wollen wir den Erfolg, den wir uns erarbeitet haben, nun auch gemeinsam genießen.“  Teamgeist will gepflegt werden. Hans Staar

 

Das GCI-Aufstiegsteam: Mike Hüsken, Alexander Linner, Benjamin Stracke, Werner Menzinger, Stephan Scheer, Stefan Hartmann, Oliver Hüsken, Sebastian Tien, Christian Kulhanek und Stephan Burger unterstützt von Werner Kirchmaier und Florian Karg.

 

Artikel im Tölzer Kurier Juli 2011  (PDF-Download)